einatmen, ausatmen
Die Bielefeld-Düsseldorf-Köln-Connection. Ein Blogvorhaben von Tanja, Anke und Felix.

Ein Lied für den Hasen... nicht von ihm!
25. März 2008, 00:44 Uhr von Tani

Das wars mal wieder. Ostern liegt hinter uns. Wieder einmal wurden unzählige Brennhaufen angezündet und noch mehr Eier wurden versteckt. Ich habe weder das eine, noch das andere getan. Lediglich einen einzigen, aber dafür umso gewaltigeren, Ast habe ich ins Feuer geworfen. Dieser besagte Ast war am Samstag von unserem alteingesessenen Flieder abgeknickt und beinahe auf dem Auto meines Vaters gelandet. Da hat er wirklich Glück gehabt, denn ich glaube dieser Ast hätte ihm um ein Haar das Herz gebrochen.

In einer Nacht- und Nebelaktion und bewaffnet mit einer sicherlich gut 50 Jahre alten Langstielsäge, haben wir den Ast plus seine vielen Verzweigungen vollständig von seinem ursprünglichen Standort entfernt. Mit vereinter Kraft schleppten wir ihn zum Feuer und haben ihm seine letzte Ehre erwiesen, während er noch ein allerletztes Mal im feuerroten Glanze seines Antlitzes erstrahlte.

Anscheinend ist unser alljährlich traditionelles Nachbarschaftsfeuerchen weitestgehend doch relativ harmlos verlaufen. Ein alter Tisch wurde herbeigeschleppt und durfte ebenfalls ein wenig Wärme spenden, während die anwesenden Kinder fröhlich Schneemänner bauten und Schneeballschlachten veranstalteten. Kann sich jemand an ein Osterfeuer im “Tiefschnee” erinnern? Ich mich nicht. Sogar Glühwein gab es dieses Jahr. Seltsam irgendwie.

Es gab Jahre, da wurden nachts noch ganze Hecken oder diverse Bäume abgeholzt, damit man das Feuer noch eine Weile am Leben halten konnte. Es war teilweise wirklich erstaunlich, wie kahl die nachbarschaftlichen Gärten (sowie der eigene übrigens auch) nach solchen Festivitäten dreinschauten. Wahrscheinlich haben diverse Ehefrauen ihren Männern schon wochenlang in den Ohren gelegen: “Jetzt schneid’ doch endlich mal die Hecke, Kurt!” oder “Der Baum muss weg! Der trägt nix mehr, Hans!” Diese und andere Äußerungen wurden gerne ignoriert oder verdrängt. Aber in der Nacht vorm Ostersonntag, fängt das Holzfällerherz zu schlagen an. Zugegeben, im Dunkeln kann man nicht von Präzisionsarbeit sprechen, aber der Wille ist da. Und der Wille ist, was zählt. Lassen wir die Motivation einmal außen vor…

Jetzt, wo Ostern vorüber ist, wird mir doch wieder eines bewusst. Etwas fehlt. Wo sind die Lieder? Warum singt kein Mensch an Ostern? Wieso hat der Weihnachtsmann so viele Lieder? Und wieso überhaupt der Nikolaus? Und sogar St. Martin und die Äpfel und die Beeren. Und der Osterhase? Wieso kriegt er so wenig musikalische Aufmerksamkeit? Liegt das daran, dass wir seine Sprache nicht sprechen? Weiß einfach niemand, wie man sich ihm gegenüber ausdrückt?

Und dann, als wenn das nicht schon seltsam genug wäre, fängt jetzt auch noch ein Hase an zu singen!

Aber bitte: Das muss doch nicht sein!!! Nicht so herum! Und überhaupt: BITTE NICHT SO! Ich frage mich wirklich, wo das hinführt und bin schon jetzt gespannt darauf, wann die Möhre dem Schnuffel-Kuschel-Ding antwortet. Vielleicht ja dann pünktlich zum Erntedankfest…

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