einatmen, ausatmen
Die Bielefeld-Düsseldorf-Köln-Connection. Ein Blogvorhaben von Tanja, Anke und Felix.

36
26. August 2017, 16:14 Uhr von Tani

Alter hat für mich noch nie eine besondere Rolle gespielt. Na gut, mit 16 wollte ich 18 sein, aber auch nur, weil man dann Autofahren und in jede Disco reingehen darf. Aber sonst? Nein.

Ich bin ein Nesthäkchen. Meine Schwester und mein Bruder waren bereits fast aus dem Haus, als mein Baby-Ich einzog. Doch während die beiden seltsame Blicke ernteten, während sie im Jugendlichenalter einen Säugling durch die Straßen schoben, war es für mich von Anfang an vollkommen normal, dass das biologische Alter kein ausschlaggebendes Kriterium für Gruppenzugehörigkeiten oder sonstige Kategorisierungen darstellt. Meine Mutter hätte meine Oma, meine Schwester meine Mutter sein können. Mein Bruder ist de facto mein Patenonkel und mein ältester Neffe wiederum… naja ok, da wäre ich dann eine äußerst junge Mutter gewesen, die es vermutlich auf Seite Vier der Bild-Zeitung geschafft hätte.

Jetzt bin ich jedenfalls 36 und weder mit 6, 16 oder 26 habe ich mir vorstellen können, wie das dann wohl so sein wird. Etwas ganz individuell Subjektives ist es, so viel ist klar.

Meine 36 fühlen sich gut an und kommen mir grad recht.
Denken, Fühlen und Körper im Wandel der Zeit. Die Zeit, die immer schneller zu vergehen scheint. Es ist erstaunlich und man muss wirklich aufpassen, dass einem das keine Angst einjagt. Kennst du das? Du planst eine Reise. Erst kommt die Vorfreude und die Aufregung und die Zeit scheint gar nicht kommen zu wollen und dann, dann geht es endlich los. Und die ersten Tage sind noch etwas kribbelig. Alles ist neu und man fühlt sich noch nicht so ganz angekommen, doch dann findet man seinen Platz und kann entspannen und genießen. Doch dann ist die Hälfte der Zeit plötzlich um und von da an rasen die letzten Tage in Windeseile an einem vorbei und man findet sich wieder zu Hause. Mit einer Kamera und einem Kopf voll mit Erinnerungen. Fragmente, die man sich immer wieder zurück ins Gedächtnis holt, von denen man zehrt und auf die man ein wenig wehmütig zurückblickt.

Gefühlt bin ich irgendwo zwischen Platz finden, einsortieren und Halbzeit. Weißt du noch, wie lange als Kind eine Autofahrt in den Urlaub gedauert hat? Die gleiche Distanz ist heute ein Augenzwinkern. Zeit ist etwas Grandioses. Etwas absurd und in jedem Fall absolut relativ.

Meine 36 fühlen sich gut an und geben mir neue Ziele vor.
Fit sein. Gesund leben. Positiv denken. Fit sein. Gesund leben. Positiv denken. Fit sein. Gesund leben. Positiv denken. Fit sein. Gesund leben. Positiv denken.
Und sehen, dass diese Eigenschaften nicht vom Himmel fallen sondern erarbeitet werden müssen. Und erkennen, dass man einen langen Atem braucht. Und auch bemerken, dass sich Durchhaltevermögen und Konstanz lohnen.

Meine 36 fühlen sich gut an und manchmal auch wie 19.
Und ganz selten mal feiern gehen, mal über die Stränge schlagen, mal tanzen, die ganze Nacht, bis die Füße dampfen. Und feiern und singen und torkeln und am nächsten Morgen vom Kopfbrummen geweckt werden, oder vom Zweijährigen, je nachdem, wer oder was schneller ist. Und es verfluchen, aber es gleichzeitig lieben.

Eigenverantwortung. Fremdverantwortung. Liebe. Sinn. Wünsche. Pläne. Wege. Ziele. Leben.
36.

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Kommentare

Aenki:
27. August 2017, 21:15 Uhr


Aenki:
27. August 2017, 21:16 Uhr

Ok, Emojis kann unser Blog noch nicht…. =D

:*


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